Insel Kreta - Title

Insel Kreta – Mein Reisebericht der Mittelmeerinsel

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Nach meiner Reise nach Hamburg möchte ich dir als nächstes von meiner Reise auf die Insel Kreta erzählen. Kreta ist eine wunderschöne Insel im Mittelmeer. Sie ist geprägt durch ihre Geschichte und bietet eine große kulturelle Vielfalt. Angekommen bin ich am internationalen Flughafen Nikos Kazantzakis in Heraklion. Von hier ging meine Reise per Bus weiter nach Rethymnon. Das ist die drittgrößte Stadt auf Kreta.

Auch außerhalb der Saison waren hier ziemlich viele Touristen unterwegs. Aber als Ausgangspunkt für meine Ausflugsziele im Süden und Westen Kreta’s war es ideal. Lediglich das Autofahren ist wohl in Griechenland insgesamt sehr abenteuerlich.

Eine bewegte Geschichte

Zuerst möchte ich ein bisschen auf die Geschichte der Insel Kreta eingehen. Kreta ist nachweislich schon seit mehreren Tausend Jahren durchgängig besiedelt. Neben den Minoern, den Mykenern und den Byzantinern, prägten das heutige Kreta jedoch hauptsächlich die Venezianer, die Osmanen und natürlich die Griechen.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts fiel Kreta in das Verwaltungsgebiet der Venezianer. In Chania im Nordwesten Kretas bemerkt man die Einflüsse der Venezianer noch sehr deutlich. Insbesondere die engen Gässchen könnten einen an so manche italienische Stadt erinnern.

Mitte des 17. Jahrhunderts eroberten die Osmanen den größten Teil der Insel Kreta. Lediglich Heraklion konnte die Eroberer noch etwa 20 Jahre zurückhalten. Ein wichtiger Rückzugsort der Aufständischen Kreta’s zu dieser Zeit war die Insel Gramvousa. Sie ist heute auch als Pirateninsel bekannt, da die dort lebenden Rebellen sich der Piraterie verschrieben, um sich zu versorgen.

Im Jahr 1913 wurde Kreta schließlich wieder dem griechischen Staat zugeschrieben. Ausgenommen der deutschen Besatzung während des zweiten Weltkriegs, ist Kreta seither unter griechischer Regierung.

Tag 1 – Samaria Schlucht

Wenn man an die Insel Kreta denk, hat man vermutlich in erster Linie malerischen Strände vor Augen. Und tatsächlich wird man in dieser Hinsicht keinesfalls enttäuscht. Jedoch bietet Kreta für Wanderfreunde auch einige beeindruckende Berge und Schluchten. Ein besonderes Highlight ist mit 13 km eine der längsten Schluchten der Welt, die Samaria Schlucht.

Ich habe einige Leute gesehen, die diese Wanderung mit Flip-Flops und anderen ungeeigneten Schuhe auf sich genommen haben.  Selbst besitze ich auch keine Wanderschuhe. Jedoch bin ich mit meinen Jogging-Schuhen auch sehr gut zurechtgekommen. Wer plant die Samaria Schlucht zu besuchen sollte sich auf jeden Fall für geeignete Schuhe ein bisschen Platz im Koffer freihalten.

Mit 1.000 Höhenmetern bergab und etwa 16 km Wegstrecke bis zum Ziel sollte man mit einer sechsstündigen Wanderung rechnen. Zumindest, wenn man die Landschaft genießen möchte. Es gibt sicherlich Wanderer, die schneller sind. Dank zahlreicher Trinkwasser-Quellen kann man sich das Schleppen mehrerer Liter Wasser sparen. Meiner Meinung nach sollte eine Ein-Liter-Flasche genügen, die man regelmäßig auffüllt. Essen sollte man hingegen genügend mitnehmen. Kaufen kann man hier nämlich nichts.

Landschaftlich erwarten einen Waldgebiete mit kleinen Bächen und sonnige Schluchtwege. Ein guter Sonnenschutz ist daher Pflicht. Neben Sonnencreme empfehle ich auch einen Hut oder eine Mütze.

Für ungeübte Wanderer, wie mich, kann dieser Ausflug sehr anstrengend werden. Am Ende wird man jedoch mit einem wunderschönen Strand mit schwarzem Sand belohnt. Vorsicht Verbrennungsgefahr. Auch wenn man mit Flip-Flops nicht wandern sollte, sollte man dennoch welche für den Strand mitnehmen. Für diejenigen, die den wunderschönen Strand erleben, aber die Wanderung nicht auf sich nehmen möchte, die können den Strand von Chora Sfaktion auch per Schiff erreichen. Der Strand ist nur über diese beiden Wege erreichbar.

Meiner Meinung nach sollte man sich dieses Ausflugsziel nicht entgehen lassen. Man sollte sich jedoch von einem Reiseunternehmen mit Bustransfer unterstützen lassen. Auf eigene Faust müsste man sonst den ganzen Weg wieder zurückwandern oder mit einem Taxi zurück auf die Hochebene fahren, um sein Auto (was sehr teuer werden kann) wieder abzuholen.

Tag 2 – Spili und Matala

So wie die gesamte Insel Kreta heute ein Paradis für zahlreiche Touristen ist, so war es die Stadt Matala in den 60. Jahren des letzten Jahrhunderts für Hippies. Matala liegt ganz im Süden der Insel. Auf dem Weg dorthin habe ich noch einen Abstecher in die kleine Stadt Spili gemacht.

Eigentlich wollte ich mir einen traditionellen und vom Tourismus unberührten Ort anschauen. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht. Nichts desto trotz ist Spili einen kurzen Besuch wert. Insbesondere den venezianische Löwenbrunnen sollte man sich anschauen. Aus 25 Wasserspeiern in Form von Löwenköpfen kann hier kristallklares Trinkwasser entnommen werden. Wenn man ein bisschen durch den Ort läuft, dann wird man auch schnell wieder typisch italienische, schmale Gassen finden. Außerdem gibt es in Spili noch ein paar Kirchen und Museen zu besuchen. Da ich jedoch nur auf der Durchreise war, hatte ich dafür keine Zeit mehr.

In Matala am Strand angekommen, kann man auf einer Anhöhe sofort die früheren Hippi-Höhlen sehen. Für eine geringe Gebühr kann man die Höhlen auch selbst betreten. In den 1960er Jahren haben hier viele junge Hippies Unterschlupf gefunden. Angeblich lebte ein letzter verbliebener Hippie noch bis vor einigen Jahren dort. Auf Grund fehlender sanitärer Einrichtungen stellte die Stadt dem Mann eine Wohnung im Ort. Es wird jedoch erzählt, dass er dennoch nachts in seine Höhle schlich, um dort zu schlafen. Jedoch fand das ein jähes Ende, als ein Zaun um die Höhlen aufgestellt wurde. Heute kann man das Gebiet um die Höhlen als Tourist besuchen. Es ist jedoch nicht erlaubt dort zu übernachten.

Getreu dem Motto „Today is life, tomorrow never comes!“ lies ich diesen Tag am Strand von Matala ausklingen. Doch auch mich holte die Realität leider schnell wieder ein. Auf der Insel Kreta wird es auch im Sommer früh dunkel. Da ich nicht im Dunkeln zurückfahren wollte, konnte ich daher nicht all zu lange bleiben. Dennoch hat sich die beschwerliche Reise über Bergpässe und Serpentinen meines Erachtens sehr gelohnt.

Tag 3 – Chania

Tags darauf habe ich die mit ca. 54.000 Einwohnern drittgrößte Stadt der Insel Kreta, Chania, besucht. Hier sind die venezianischen Einflüsse besonders stark zu spüren. Wie auch bereits an vorherigen Orten prägen auch hier sehr enge Gässchen das Stadtbild. Besonders imposant ist der venezianische Hafen mit seinem Leuchtturm und den Verteidigungsanlagen.

Um eben diese Verteidigungsanlage zu umgehen, griffen die Osmanen Chania Mitte des 17. Jahrhunderts jedoch nicht vom Seeweg aus an. Sie legten westlich der Stadt mit Schiffen an und belagerten die Stadt von dort. Zwei Monate konnte Chania standhalten, fiel dann aber in die Hand der Osmanen. Die Stadt war damit eine der Ersten, die den Osmanen unterlag. Nachdem Heraklion sich noch weitere 20 Jahre den Osmanen widersetzte, wurde Chania zum neuen Verwaltungssitz der Insel Kreta unter den Osmanen.

Aus dieser Zeit stammen die osmanischen Einflüsse der Stadt, beispielsweise die Hassan-Pascha-Moschee im Hafen. Aber auch die heutige griechische Musik hat meiner Meinung nach Ähnlichkeiten zur heutigen türkischen Musik. Zumindest hat sie mich in Chania an einigen Ort stark daran erinnert.

Chania ist auf jeden Fall eine schöne Stadt und wenn man auf Kreta ist, sollte man sie sich auch anschauen. Ich habe jedoch weniger schöne Bademöglichkeiten gefunden als beispielsweise in Rethymnon.

Tag 4 – Pirateninsel Gramvousa und Balos

Genau genommen unterscheidet man hier Imeri (zahmes) Gramvousa und Agria (wildes) Gramvousa. Ich bin von Kissamos aus mit dem Schiff nach Imeri Gramvousa gefahren. Die Insel diente früher als Rückzugsort für Rebellen während der osmanischen Besetzung. Da die Bewohner Gramvousa’s Schiffe plünderten, um zu überleben, ist die Insel heute auch als Pirateninsel Gramvousa bekannt.

Die Insel wird umgeben von malerischen Stränden und türkisfarbenen Meer. Da ich jedoch nur wenig Zeit auf der Insel hatte, habe ich mich sofort an den Aufstieg zu den Ruinen des Forts der Insel gemacht. Der Weg ist nicht überall befestigt und man muss sich auf einen etwa 15 minütigen Aufstieg einstellen. Oben angekommen wird man durch die schöne Aussicht jedoch mehr als entlohnt. Leider wurde ich alsbald durch ein lautes Horn des Schiffs wieder zurückbeordert.

Der nächste Halt war die Balos Lagune. Außer mit dem Schiff ist die Lagune nur noch über einen kilometerlangen Schotterweg und einen nochmals mehrere Kilometer lange Fußmarsch erreichbar. Man ist zwar zeitlich eingeschränkt, um sich Ärger mit einem Mietfahrzeug zu ersparen, würde ich trotzdem empfehlen die Lagune per Schiff zu besuchen.

Das Schiffspersonal hat nach dem Anlegen ein paar Brücken über die Felsen gelegt, damit man die Lagune besser erreichen kann. Dennoch würde ich hierfür feste Schuhe oder zumindest eng anliegende Badeschuhe mit nicht zu dünner Sohle empfehlen. Nach den Felsen kann man durch flaches Wasser waten bis man den Strand erreicht. Auch hier hat man wieder ein wunderschönes, türkisfarbenes Meer.

Leider hatte ich mit dem Wetter nicht so viel Glück. Als es schlagartig angefangen hat wie aus Eimern zu regnen sind alle schnell in Richtung Schiff geflüchtet. Ich bin später noch einmal durch das Wasser gewatet, aber schwimmen war ich dann nicht mehr.

Trotz nicht ganz optimalen Wetter würde ich jedem, der die Insel Kreta besucht, diesen Ausflug empfehlen.

Tag 5 – Königlicher Palast von Knossos

Ein Stück südlich von Heraklion befindet sich die Stadt Knossos. Dort befindet sich ein wahrer Touristen Magnet, der gleichnamige, königliche Palast. Ich habe glücklicherweise einen Tag erwischt, an dem die Palast-Anlage nicht völlig überlaufen war. Die Größe des Parkplatzes lässt jedoch böses erahnen, wenn man weniger Glück hat.

Wer es möchte, kann sich direkt am Eingang einen Guide buchen. Angeboten wurden beispielsweise Führungen auf Deutsch, Englisch, Italienisch oder Spanisch. Ich habe mich jedoch dazu entschieden den Palast auf eigene Faust zu erkunden.

Als Entdecker und Restaurator der heutigen Überreste des Palastes gilt Arthur Evens. Manche mögen ihm vorwerfen, dass er bei seiner Restaurationsarbeit zu viele eigene Interpretationen eigebaut hat, anstatt sich an historische Belege zu halten. Auch wurde, zwecks Langlebigkeit anstelle von Holz an einigen Stellen Beton verwendet. Ebenso kritisieren manche Archäologen die Benennung der Räume, da teilweise auch hier aussagekräftige Belege fehlen.

Ich muss zugeben, nach Erzählungen Bekannter, die den Palast bereits besucht haben, war ich etwas enttäuscht. Vielleicht habe ich jedoch auch schlicht meine Erwartungen zu hoch gesteckt. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass man hier größtenteils restaurierte Ruinen besucht. Mit bemalten Wänden sind sie hübsch anzusehen. Man darf jedoch nicht erwarten, dass man hier einen kompletten und voll ausgestatteten Palast zu sehen bekommt.

Nichts desto trotz möchte ich den königlichen Palast von Knossos jedem nahelegen, der sich für griechische Geschichte oder Ausgrabungen im Allgemeinen interessiert. Man kann sich hier einen kleinen Einblick verschaffen, wie das Leben der damaligen Oberschicht gewesen sein könnte.

Tag 6 – Fortezza von Rethymnon

Den letzten Tag vor meiner Abreise habe ich mich entschieden noch einmal entspannt in meinem „Heimatort“ Rethymnon zu verbringen. Zum einen um noch einmal den herrlichen Strand zu genießen. Zum anderen aber auch, um noch die venezianische Fortezza von Rethymnon zu besuchen. Vom Hafen aus gesehen, erhebt sich die Festung auf einem Hügel über dem Kern der Stadt. Insbesondere zu einem Sonnenuntergang ist der Blick darauf sehr romantisch.

Ich muss leider zugeben, Personal habe ich bereits freundlicheres getroffen, als hier. Auch die Toiletten waren dafür, dass neben dem regulären Eintrittspreis zusätzlich noch einmal 50 Cent verlangt wurden, nicht sehr sauber.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnte es dann jedoch nur noch besser werden. Mit einem ausgedruckten Lageplan habe ich mich auf Erkundungstour begeben. Tafel oder ähnliches mit zusätzlichen Informationen gibt es leider nicht. Ich hatte jedoch Glück an diesem Tag in der Festung gleich zwei Ereignisse beobachten zu können. Zum einen wurde ein Video eines traditionellen, griechischen Tanzes aufgenommen und zum anderen probte eine Theatergruppe ein Stück. Beides konnte man sich frei anschauen.

Positiv hervorheben muss man außerdem die wunderschöne Aussicht auf das Meer. Insbesondere in den Abendstunden ist der Sonnenuntergang auch von oben sehr schön anzuschauen.

Mit meinem jetzigen Wissen würde ich beim nächsten Besuch trotzdem Versuchen die Besichtigung der Verteidigungsanlage mit einem anderen Event auf der Bühne oder in dem Theater zusammenzulegen.

Mein Fazit zur Insel Kreta

Es war ein teilweise anstrengender, aber wirklich sehr schöner Urlaub. Natürlich waren einige Dinge wie erwartet, was jedoch absolut positiv gemeint ist. Der Strände und das Meer warnen beispielsweise wunderschön. Auch die urigen, kleinen Gässchen der venezianischen Städte waren auf jeden Fall einen Besuch wert. Besonders Rethymnon hat es mir mit seiner abendlichen Lebendigkeit angetan. Mit Sicherheit gibt es das beispielsweise auch in Chania oder Heraklion. Aber in Rethymnon habe ich es selbst erlebt.

Hinsichtlich der Hygiene und der Freundlichkeit des Personals musste man mancherorts Abstriche machen. Das konnte meine Laune jedoch höchstens kurzzeitig trüben.

Sehr beeindruckt hat mich auf jeden Fall die Wanderung durch die Samaria Schlucht. Bisher kannte ich die Insel Kreta als Paradis im Mittelmeer mit zahllosen Badestränden. Kreta ist jedoch viel mehr auch die Insel der Berge, Täler und Schluchten. Das ist mir bis dahin noch nicht bewusst gewesen.

Natürlich ist Kreta mit seinen schönen Stränden auch für reinen Strandurlaube geeignet. Ich möchte jedoch jedem, der auf die Insel reist nahelegen, sich auch auf etwas Neues einzulassen. Das kleine Mittelmeer-Paradis hat meiner Ansicht nach sehr viel und vor allem für jeden etwas zu bieten.

Ich für meinen Teil könnte mir daher gut vorstellen, dass das nicht mein letzter Besucht auf Kreta gewesen ist.

Wenn dir mein kleiner Reisebericht gefallen hat, du Anregungen oder konstruktive Verbesserungsvorschläge hast, dann lasse mir gerne einen Kommentar da.

Ansonsten wünsche ich dir noch einen schönen Restsommer und bis zum nächsten Reisebericht.

Dein Dominic

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