Landungsbrücke Hamburg und Freedom of the Sea

Hamburg – Die Stadt der Gegensätze

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Hamburg – Unterwegs in der Hafenstadt

Einige Zeit ist es nun sehr still gewesen hier und ich melde mich zurück aus der Versenkung. Die letzten Wochen ist viel passiert und ich habe leider nicht die Zeit gefunden etwas zu veröffentlichen. Das soll sich aber in Zukunft wieder ändern und es werden wieder regelmäßiger Beiträge erscheinen. Neu einsteigen werde ich mit einem kleinen Urlaubsbericht aus Hamburg, wo es vieler Orts sehr schön war, wo es jedoch auch einige dunkle Ecken zu entdecken gibt.

Zwei Seiten der Medaille

Ich bin im Mai recht spät nachts in meiner Einzimmer-Ferienwohnung angekommen. Grundsätzlich wäre mir ein Hotel zwar lieber gewesen, aber da ich frisch aus dem Studium komme, musste ich hier ein paar Prioritäten setzen. An sich bot die Ferienwohnung jedoch alles, was man für einen Kurztrip braucht. Der Wohnbereich war ausreichend groß und verfügte zudem über eine Kochzeile. Das Badezimmer war zwar relativ klein, doch für die morgendliche Dusche genügte es. Interessanter Funfact: Das Gesamte Gebäude, in dem ich wohnte, ist früher einmal eine Schule gewesen. Es war ein interessantes Gefühl dort zu schlafen, wo bis vor ein paar Jahrzehnten Jugendliche zu Höchstleistungen getrieben wurden.

Am nächsten Morgen entschied ich mich dazu erst einmal an den Hamburger Hauptbahnhof zu fahren und meine Erkundungstour von dort zu beginnen. Wie sich herausstellte war das nicht die beste Idee. Mein erster Eindruck des Hamburger Zentrums wurde geprägt von ungeheuer großen Menschenmassen, auf dem Boden liegenden Obdachlosen, überfüllten, öffentlichen Urinalen und stellenweise ziemlichem Gestank. Darüber hinaus bin ich zuerst in einen Stadtteil geraten, in dem ich als Deutscher eine Minderheit darstellte und mich zunehmend beobachtet fühlte. Es war ein unangenehmes Gefühl und ich war froh, als ich dieses Viertel hinter mir gelassen hatte. Der wichtige erste Eindruck war damit erst einmal nicht so positiv.

Das Blatt wendete sich jedoch schnell, als ich das erste mal die Landungsbrücken, einen Teil der großen Hafenanlage von Hamburg, erreicht hatte. Die Aussicht war umwerfend und entschädigte für vieles. Darum wurde die Landungsbrücke die nächsten Tage meist meine erste Anlaufstelle für weitere Erkundungen.

Beeindruckende Bauwerke und der König der Löwen

Wie nicht anders zu erwarten gab es in einer so großen Stadt einiges zu entdecken. Dazu zählten neben einigen Monumenten, wie beispielsweise dem Bismarck-Denkmal natürlich auch Kirchen. Die wohl bekannteste und beeindruckendste Kirche Hamburgs ist die St. Michealiskirche, liebevoll auch „Michel“ genannt. Bis in die Nacht hinein konnte man den Glockenturm besteigen und von oben die beleuchtete Hamburger Skyline bewundern. Zugegebenermaßen war es mir dort oben jedoch nicht so ganz geheuer, da ich ständig das Gefühlt hatte, der Turm würde im Wind schwingen.

Zu meinen entspannteren Erlebnissen zählt der Besuch des Hamburger Hafentheaters. Im Grunde besteht es lediglich aus einem sehr stabilen Zelt. Der Gedanke dahinter war, dass es nach der Premiere des Königs der Löwen nach etwa zwei Jahren zusammen mit dem Musical umziehen kann. Dazu ist es jedoch bisher nicht gekommen. Der König der Löwen wird seit nun mehr als zwölf Jahren in Hamburg aufgeführt und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Auch ich habe es mir nicht entgehen lassen mir die Mutter aller Musicals zu Gemüte zu führen. Es war wirklich unglaublich schön inszeniert und ist nicht umsonst jeden Tag nahezu ausverkauft.

Ein weiteres beeindruckendes Bauwerk Hamburgs stammt noch aus der deutschen Kaiserzeit unter Kaiser Wilhelm II. aus dem Jahre 1911. Der alte Elbtunnel verbindet St. Pauli mit der Schiffswerft auf Steinwerder. Ein Meisterwerk das es mit seinen Aufzügen sogar damaligen Autos erlaubte unter der Elbe hindurchzufahren. Natürlich wäre es einfacher gewesen eine Brücke zu bauen, doch die deutschen Meister-Ingenieure wollten der Welt eindrucksvoll beweisen wozu sie in der Lage sind. Bis heute wird der alte Elbtunnel als Fahrrad- und Fußgängertunnel verwendet.

Zwischen Normalität und anrüchiger Lustmeile

Zu meinem Besuch der Hafenstadt gehört natürlich auch ein Spaziergang über die Reeperbahn in dem Hamburger Stadtteil St. Pauli. Bis auf wenige Ausnahmen könnte man die „Lustmeile“ tagsüber für eine ganz normale Straße halten. Die dunklen Gestallten und sündhaften Etablissements zeigen sich den Besuchern erst zur späteren Abendstunde. Es gibt jedoch noch einiges interessantes mehr über die Reeperbahn zu wissen. So haben beispielsweise die Beatles dort vor ihrem Durchbruch einige Zeit in der „großen Freiheit“ jeden Abend live gespielt.

Wer sich für das Nachtleben dort interessiert muss jedoch sehr gut aufpassen. Nicht nur weil es dort durchaus auch mal gefährlich für Leib und Leben werden kann, sondern insbesondere weil einige Nachtclubs sehr ausgefallene Methoden gefunden haben den Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Also immer schön die Preislisten an den Eingängen beachten und hellhörig werden, wenn man(n) von einer jungen Dame gefragt wird, ob man ihr einen Orangensaft (Kostenpunkt oft ca. 30€ pro Glas) ausgeben möchte.

Lohnendes Reiseziel

Es gibt in Hamburg vieles zu sehen und wer sich beispielsweise überlegt das Musical „König der Löwen“ zu besuchen, sollte sich auf jeden Fall ein bisschen mehr Zeit nehmen und auch die Stadt selbst entdecken. Nach anfänglicher Skepsis habe ich sehr viel Spaß gehabt und kann nur jedem empfehlen, der Stadt eine Chance zu geben.

Wer dann schon mal dort ist, sollte sich auch die Nord- und die Ostsee nicht entgehen lassen, aber dazu schreibe ich vielleicht ein anders Mal was.

Viele Grüße,

euer Dominic

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